Ansätze der Montessori-Pädagogik in der Erwachsenenbildung:

Im Herbst 1999 hatte ich meine einjährige Montessori-Ausbildung für das Kindergartenalter gestartet. Damals wusste ich noch nicht, wie sehr mich dieses Thema spirituell und persönlich wandeln würde. Und tatsächlich vergeht seitdem kaum ein Tag, an dem ich nicht auf die eine oder andere Art und Weise mit dem »Spirit« Maria Montessoris in Kontakt komme:

 

Maria Montessori wurde 1870 in Italien geboren und starb 1952 in Holland. Sie war Ärztin, Reformpädagogin, Philosophin und Philanthropin. Und sie entwickelte die Montessori-Pädagogik.

 

 

Zuerst bei meinen Kindern und Tageskindern (ich war einige Jahre Tagesmutter), später dann in der Erwachsenenbildung. Hier ganz besonders bei meinen diversen TCM-Seminaren, meinen TCM-Büchern, aber nun auch bei der Akademie Schreiben lernen.

Ganz besonders gut habe ich diese Methode anwenden können, weil ich durch die Montessori-Ausbildung lernte hinter die Dinge zu blicken. Sachverhalte in ihre Einzelheiten zu zerlegen und sie so Schritt für Schritt für andere be-greifbar zu machen.

Besonders komplexe Zusammenhänge können mit dieser Methode allen interessierten Laien  leicht und verständlich vermittelt werden.

Meine nächste Herausforderung ist, Menschen darin zu unterstützen besser schreiben zu können oder vielleicht gar diesbezüglich entstandene Schultraumen zu löschen.

Beim Umgang mit Menschen achte ich besonders auf Wertschätzung und das Begegnen auf gleicher Augenhöhe.

 

Bei der didaktischen Umsetzung verwende ich die Basis der Maria Montessori-Pädagogik:

  1. Absorbierender Geist (Interesse, Wunsch und Dringlichkeit)
  2. Vorbereitete Umgebung (Lehrmaterialien)
  3. Erfahren in der Praxis (anwenden)
  4. Beobachten (von anderen lernen)
  5. Freiheit (es selbst zu tun, wie man möchte und doch auf das gewünschte Ziel zu kommen)

 

1.      Absorbierender Geist:

Unter diesem Begriff versteht Montessori eine unbewusste Geistesform, die nur bei Menschen in den ersten Lebensjahren vorkommt.

Montessori vergleicht den „absorbierenden Geist“ mit einem Schwamm, der alles in sich aufnimmt und den man nass formen kann: Später ließe sich dieser „Zustand“ nicht mehr reaktivieren, oder, wie ich es bei mir selber beobachte, man erreicht vielleicht nur mehr eine annähernde Form.

Meine Erfahrung: Wenn man Interesse mit sinnesbezogener Didaktik verknüpft, an bekannte Strukturen anknüpft und dazu noch Spaß und Freude mischt, können auch Erwachsene etwas Ähnliches wie einen absorbierenden Geist entwickeln.

Ich deute das so, dass wir Erwachsene uns schwerer tun das Gelernte zu automatisieren, um ohne daran zu denken darauf zugreifen können. Aus eigener Erfahrung aber weiß ich, dass das trotzdem geht.

 

Kurz: Beziehe alle deine Sinne ins Lernen ein und du hast gewonnen!

 

In der Akademie Schreiben lernen bringt jeder Studierende Interesse und Neugierde mit. Diese werden dadurch ausgelöst, dass der Ansatz der Maria Montessori ein neuer Ansatz ist. Der Wunsch nach besseren Texten entsteht – besonders bei Menschen, die in der Schule in Deutsch schlechte Erfahrungen gemacht haben – hier wird sogar Hoffnung wach.

Interesse, Wunsch, Neugierde und Hoffnung sind die idealen Grundlagen, dass der Geist Neues absorbiert. Einfach wie ein Schwamm aufnimmt.

Diese wird gesteigert durch den Spaßfaktor. Zusätzlich werden auch Körper und Geist (Mind) in das neue Abenteuer einbezogen.

So macht lernen Spaß! Schreiben lernen wird gelernt durch Schreiben und Lesen. Also:

Und ohne viel mehr zu tun als zu schreiben  gelangen die Lerninhalte ins Gedächtnis.

Erreicht wird das in der Praxis durch:

  • Flexibilität, wann was und wo gelernt wird
  • Ab der 3. Woche teilweise Mitbestimmung der Lerninhalte
  • Motivation und Unterstützung einer Gemeinschaft (geschlossene FB-Gruppe)

 

2. Vorbereitete Umgebung (Lehrmaterialien):

Die Lernmaterialien habe ich in vier Themencluster aufgeteilt – Thema Schreiben, Thema Unternehmen, Thema Mind und Thema Körper.

In jedem Themencluster gibt es unterschiedliche Lektionen. Ebenso sind die einzelnen Themen in Untergruppen aufgeteilt, wie z. B. Wortschatz, Satzbau, …

Die Lektionen bestehen aus Lerneinheiten, Schreib- und Korrekturübungen. Durch die Korrekturübungen lernt der Studierende an fremden Texten.

  • Am Ende der Woche gibt es eine Aufgabe, wo sich der Studierende selbstständig eine Erkenntnis mit Selbstkontrolle herausarbeiten kann.
  • Ebenso gibt es eine Aufgabe, die per eMail an die Akademie geschickt wird. Aus den eingesandten Materialien erstellt die Akademie dann drei individuelle Übungen für den Studierenden. In welche Richtung diese Übungen gehen wird mit dem Studierenden besprochen.

So wird der allgemeine Stoff mit individuell Werkzeugen und Übungen angereichert.

Durch die Körper-, Mind- und Kreativübungen wird ein ganzheitliches Lernen erreicht.

 

3. Erfahren in der Praxis (anwenden):

Maria Montessori arbeitete immer unter Einbeziehung aller Sinne – so werden auch bei der Akademie Schreiben lernen in den Übungen, im Wortschatz und in den Themenbereichen alle Sinne miteinbezogen. Das macht das Lernen einfach leichter.

Zusätzlich werden schon ab der 4. Woche die Übungen praktisch und können vom Studierenden in der Praxis angewandt werden (im eigenen Blog, auf FB, Twitter, etc.).

 

4. Beobachten (von anderen lernen)

Durch angebotene Lektüre und die Gemeinschaft in der FB-Gruppe kann der Studierende unterschiedliche Stile kennenlernen. Gerade am Beginn ist es für viele Menschen hilfreich, sich an einen interessanten, fremden Stil anzulehnen, bis sich der Eigene entwickelt hat. Außerdem findet reger Austausch untereinander statt, was nochmals ein Motivationsschub ist.

 

5. Freiheit (es selbst zu tun, wie man möchte und doch auf das gewünschte Ziel zu kommen)

Eine größtmögliche Freiheit wird durch unterschiedliche Angebote erreicht:

  • Die Studiendauer ist auf 3 Monate begrenzt, kann aber nach Bedarf auf bis zu 12 Monate ausgeweitet werden.
  • Durch die Monats- und Wochenpläne kann der Studierende selbstständig seine Fortschritte kontrollieren.
  • Die Lektionen sind zwar aufeinander abgestimmt, können aber innerhalb derselben Woche ausgetauscht werden. So kann jeder Studierende genau die Lektion machen, für die er am jeweiligen Tag gerade Zeit und Lust hat.
  • Die Erkenntnisse entwickelt der Studierende selbstständig in Selbstkontrolle. So bleiben sie im Gedächtnis.
  • Die Korrekturübungen macht der Studierende selbstständig in Selbstkontrolle. D.h., nachdem die Übung gemacht wurde, kann er in den „Lösungen“ nachschauen und sich selber beurteilen.
  • Im Laufe des Kurses entwickelt die oder der Studierende Fähigkeiten und Kenntnisse, die sie oder er gleich praktisch anwenden kann.
  • Durch die individuellen Lerninhalte und die persönliche Betreuung von praxiserprobten Fachmenschen entwickelt der Studierende einen persönlichen und individuellen „Schatz“, der für viele Jahre vorhält.

 

Zusammenfassung:

Der Kurs „Besser Schreiben lernen der Akademie Schreiben lernen

  • Projektbezogenes Lernen (für Unternehmer)
  • Lernen durch Praxis
  • Lernen durch das Miteinbeziehen „aller Sinne“
  • Lernen durch Beobachten
  • Lernen durch selbstständiges Entwickeln der Werkzeuge

 

Linktipps:

montessori.at

 

Eva Laspas

Wien, 19.06.2016